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Hamburg als Kreuzfahrthafen: Landausflug in der Hansestadt

Schon bei der Einfahrt in den Hamburger Hafen zieht sich die Silhouette der Stadt am Elbufer entlang — Kirchturmspitzen, die gläserne Welle der Elbphilharmonie, dahinter der Dunst über der Speicherstadt. Die Hamburg Kreuzfahrt beginnt damit an einem der wenigen Häfen Europas, der zugleich Heimathafen, Wendehafen und Zwischenstopp für hunderte Schiffe im Jahr ist. Wer hier an Bord geht oder aussteigt, hat die Innenstadt buchstäblich vor der Gangway.

Hafen und Ankunft: Direkt an den Landungsbrücken

Kreuzfahrtschiffe legen in Hamburg in der Regel am Hamburg Cruise Center an, das es in drei Varianten gibt: am Steinwerder, an den Altona Cruise Terminals sowie direkt an den Landungsbrücken im Herzen von St. Pauli. Je nach Anleger variiert die Entfernung ins Zentrum erheblich. Wer an den Landungsbrücken festmacht, steht nach wenigen Schritten auf einer der bekanntesten Uferpromenaden Deutschlands. Die anderen Terminals erfordern einen kurzen Transfer — Taxen, Shuttlebusse sowie die S-Bahn-Verbindung ab Bahnhof Altona stehen zur Verfügung. Hamburg ist kein Tenderhafen; die Schiffe legen direkt an der Pier an.

Zwischen Elbe und Alster: Ein Tag in Hamburg

Von den Landungsbrücken aus erschließt sich die Stadt zu Fuß und mit der U- und S-Bahn in kurzer Zeit. Für einen Landgang von sechs bis acht Stunden lässt sich folgende Route gut bewältigen:

  • Landungsbrücken und Alter Elbtunnel: Der gusseiserne Eingang zum Alten Elbtunnel liegt direkt am Wasser. Der Tunnel aus dem Jahr 1911 führt unter der Elbe hindurch und ist kostenlos begehbar — eine funktionsfähige Kuriosität der Hafenarchitektur.
  • Speicherstadt: Wenige Gehminuten östlich beginnt das rotbacksteinerne Lagerhaushausviertel, seit 2015 UNESCO-Welterbe. Über schmale Fleete und gusseiserne Brücken führen Wege zwischen den sieben- bis achtstöckigen Speicherhäusern hindurch. Das Miniatur Wunderland ist hier untergebracht — die größte Modelleisenbahnanlage der Welt, auf rund 1.500 Quadratmetern nach Regionen gegliedert, mit funktionierendem Modellflughafen.
  • Elbphilharmonie: Unmittelbar an der Speicherstadt erhebt sich das Konzerthaus über dem Kaispeicher B. Die öffentliche Plaza auf 37 Metern Höhe bietet eine Rundumsicht über Hafen und Stadt; Tagestickets sind kostenlos im Besucherzentrum erhältlich, eine Vorabreservierung für drei Euro ist online möglich.
  • Rathaus und Binnenalster: Vom HafenCity-Quartier sind es wenige U-Bahn-Haltestellen bis zum Rathausmarkt. Das wilhelminische Rathaus mit seiner 112 Meter hohen Turmfassade grenzt direkt an die Binnenalster — ein Wasserbecken mitten in der City, auf dem im Sommer Segelboote kreuzen.
  • Michel: Die Hauptkirche St. Michaelis, im Volksmund „Michel", ist das bekannteste Wahrzeichen der Hansestadt. Vom Aussichtsturm überblickt man Hafen, Elbe und die Dächer von Altona bis in die HafenCity.

Wer die Reeperbahn und das Schanzenviertel mit seinen Gründerzeitbauten und kleinen Läden sehen möchte, fügt eine weitere Station hinzu — beide Viertel sind vom Hafen fußläufig oder mit der U3 erreichbar.

Fischbrötchen, Labskaus und Kaffeeröstereien

An den Landungsbrücken reihen sich Imbissbuden auf, an denen Fischbrötchen — belegt mit Matjes, Bismarck-Hering oder Krabben — über den Tresen gehen. Der Geruch von Essig und Meerrettich liegt dabei in der Luft. Als hanseati­sche Küche gilt außerdem Labskaus: ein Eintopf aus gepökeltem Rindfleisch, Roter Bete und Kartoffeln, traditionell mit einem Spiegelei und Rollmops serviert. Ursprünglich Seemannskost, findet man es heute in zahlreichen Hafenkneipenim Bereich St. Pauli. Im Schanzenviertel und in der Speicherstadt haben sich in den vergangenen Jahren Kaffeeröstereien und kleinere Restaurants in den alten Backsteingebäuden eingerichtet.

Wer früh genug an Bord ist: Der Hamburger Fischmarkt in Altona findet sonntags zwischen 5 und 9:30 Uhr statt — ein Spektakel aus Fischverkäufern, Obststapeln und hanseatischem Lärm, das sich mit keiner anderen Stadtbeschäftigung vergleichen lässt.

Praktische Hinweise für den Landgang

  • Währung: Euro. Kartenzahlung ist in Hamburg nahezu überall möglich, an Imbissständen am Hafen empfiehlt sich etwas Bargeld.
  • Sprache: Deutsch, in touristischen Bereichen wird Englisch problemlos gesprochen.
  • Nahverkehr: Das HVV-Netz aus S-Bahn, U-Bahn und Bus deckt alle relevanten Sehenswürdigkeiten ab. Tageskarten sind an Automaten in den Stationen erhältlich.
  • Elbphilharmonie Plaza: Freier Eintritt, aber Zeitfenster begrenzt — am besten gleich nach Ankunft Ticket sichern.
  • Miniatur Wunderland: Vorabreservierung empfohlen, da Wartezeiten ohne Ticket lang sein können.

Für die Hamburg Kreuzfahrt gilt: Der Hafen liegt so nah am Stadtleben, dass selbst ein kurzer Aufenthalt für Speicherstadt, Elbphilharmonie und ein Fischbrötchen an der Elbe reicht — vorausgesetzt, man setzt gleich nach dem Anlegen auf.

Kann man vom Kreuzfahrthafen Hamburg zu Fuß in die Stadt?

Das hängt vom Anleger ab. Wer am Terminal an den Landungsbrücken festmacht, steht sofort im Zentrum von St. Pauli. Die Altona-Terminals liegen etwas abseits; von dort sind Taxi oder S-Bahn die praktischste Verbindung. Eine pauschale Antwort gibt es nicht — am besten prüft man vor dem Landgang, welches Cruise Center die Reederei anläuft.

Wie viel Zeit braucht man für die Speicherstadt und das Miniatur Wunderland?

Für einen Spaziergang durch die Speicherstadt ohne Museum reichen ein bis zwei Stunden. Das Miniatur Wunderland allein nimmt erfahrungsgemäß zwei bis drei Stunden in Anspruch — viele Besucher bleiben deutlich länger. Wer beides kombiniert, sollte dafür einen halben Tag einplanen und das Wunderland-Ticket vorab online reservieren, um Wartezeiten zu vermeiden.

Welche Reedereien fahren Hamburg an?

Hamburg zählt zu den wichtigsten Kreuzfahrthäfen Nordeuropas und wird von zahlreichen Reedereien als Start-, Ziel- oder Zwischenstopp genutzt. Da die konkreten Linienführungen je nach Saison variieren, empfiehlt sich ein Blick in die aktuellen Routen der jeweiligen Reederei vor der Buchung.

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