
Valletta Kreuzfahrthafen: Ein Tag in der kleinsten Hauptstadt Europas
Auf weniger als einem Quadratkilometer drängen sich in Valletta 320 Denkmäler, 28 Kirchen und eine der am vollständigsten erhaltenen Barockstädte der Welt – die Valletta Kreuzfahrt gehört damit zu den kulturell dichtesten Tagesausflügen im gesamten Mittelmeer. Malta liegt zwischen Sizilien und der nordafrikanischen Küste, und seine Hauptstadt blickt von einer befestigten Halbinsel auf gleich zwei tiefe Naturhäfen hinab.
Ankunft im Kreuzfahrthafen Valletta
Das Schiff legt im Grand Harbour an, einem der tiefsten Naturhäfen des Mittelmeers und seit Jahrtausenden Ankerplatz für Flotten. Der Kreuzfahrtterminal befindet sich im Bereich Valletta Waterfront – einer restaurierten Reihe von Lagerhäusern aus dem 18. Jahrhundert, die heute Cafés, Restaurants und Geschäfte beherbergen. Von dort führt ein direkter Weg hinauf zur Oberstadt: entweder über eine steile Treppe oder mit dem Aufzug, der zur Upper Barrakka Gardens hinaufführt.
Wer vom Schiff kommend nach oben blickt, sieht die mächtigen Bastionsmauern, die Valletta auf drei Seiten ummanteln. Die Innenstadt ist fußläufig erreichbar – der Aufstieg dauert wenige Minuten, danach liegt das Stadtzentrum kompakt vor einem. Taxis und Busse stehen am Terminal bereit, wer Ausflüge in andere Teile Maltas plant, ist damit gut bedient.
Zwischen Barockkirchen und Bastionen: Unterwegs in Valletta
Den Auftakt macht fast zwangsläufig die St. John's Co-Cathedral: Von außen wirkt das Bauwerk aus dem 16. Jahrhundert schlicht und fast militärisch, doch das Innere überrascht mit einem vollständig vergoldeten Gewölbe, marmornen Grabplatten und zwei Gemälden von Caravaggio – dem einzigen signierten Werk des Malers, das sich noch am Originalort befindet. Der Kontrast zwischen der nüchternen Fassade und dem Inneren gehört zu den stärksten architektonischen Erfahrungen auf der Insel.
Wenige Gehminuten weiter liegen die Upper Barrakka Gardens, ein terrassenförmiger Garten hoch über dem Grand Harbour. Der Blick reicht über die Wasserfläche bis zu den mittelalterlichen Fortifikationen der Three Cities auf der gegenüberliegenden Seite. Wer zum richtigen Zeitpunkt dort steht, erlebt den täglichen Kanonenschuss der Saluting Battery – ein Brauch, der auf die Ritter des Johanniterordens zurückgeht.
Die Hauptachse der Stadt, die Republic Street, verbindet den Eingang zur Unterstadt mit dem Fort St. Elmo am nordöstlichen Ende der Halbinsel. Entlang dieser Linie reihen sich das Nationaldenkmal, das Großmeisterpalais und kleine Plätze aneinander, auf denen mittags Marktstände aufgebaut werden. In den Seitengassen – teilweise so steil, dass sie zu Freitreppen werden – zeigt sich Valletta von seiner alltäglichsten Seite: Wäsche zwischen Balkonen aus gelbem Kalkstein, eine Druckerei neben einem Schneiderladen, ein Café, in dem die Gäste noch mit den Händen Gestikulieren.
Wer Zeit für einen weiteren Stopp mitbringt: Die Lascaris War Rooms, in einen Felsenhang unterhalb der Bastionen gegraben, dienten im Zweiten Weltkrieg als Kommandozentrale für die Alliierten. Die erhaltene Ausstattung ist bemerkenswert komplett.
Maltesisch essen: Pastizzi, Ftira und Rabbit
Das maltesische Streetfood schlechthin sind Pastizzi – blätterteigähnliche Teigtaschen, gefüllt mit Ricotta oder Erbsenpüree, frisch aus dem Ofen. Sie kosten wenige Cents und werden in kleinen Bäckereien und Imbissbuden verkauft, die man in nahezu jeder Straße findet. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, bestellt in einem der Restaurants rund um die Waterfront Fenkata: geschmortes Kaninchen mit Knoblauch, Kräutern und Rotwein, das als maltesisches Nationalgericht gilt. Dazu kommt frisches Ftira, ein rundes Fladenbrot mit kräftiger Kruste, das sich deutlich vom übrigen mediterranen Brot unterscheidet.
Tagesausflüge: Gozo, Comino und die Blaue Lagune
Wer keine volle Stadt-Erkundung plant, kann vom Hafen aus auch Ausflüge auf die Nachbarinseln unternehmen. Comino mit seiner Blauen Lagune ist ein turquoisefarbenes Flachwasserbecken, das per Boot erreichbar ist. Die Insel Gozo, deutlich grüner und ruhiger als Malta, lässt sich mit einer Fähre übersetzen. Beide Optionen erfordern allerdings eine gut getaktete Planung – die Rückfahrzeit sollte immer einkalkuliert sein, bevor das Schiff ablegt.
Praktisches für den Landgang in Valletta
- Währung: Euro – Malta ist seit 2008 Mitglied der Eurozone.
- Sprache: Maltesisch und Englisch sind beide Amtssprachen; auf Englisch kommt man überall problemlos durch.
- Klima: Die kühlsten Monate sind Dezember bis März mit Temperaturen teils unter 18 °C; im Sommer kann es auf den hellen Kalksteinstraßen sehr heiß werden.
- Schuhe: Die Gassen der Innenstadt sind gepflastert und teils steil – festes Schuhwerk ist sinnvoll.
- UNESCO: Die gesamte Innenstadt Vallettas steht seit 1980 auf der Welterbeliste.
Bei einer typischen Liegezeit von sechs bis acht Stunden lässt sich Valletta kompakt und vollständig zu Fuß erkunden – die Konzentration an Sehenswürdigkeiten auf kleinstem Raum macht die Valletta Kreuzfahrt zu einer der effizientesten Stopps im Mittelmeer-Itinerar.
Kann man vom Kreuzfahrtterminal Valletta zu Fuß in die Stadt?
Ja, grundsätzlich schon – die Valletta Waterfront liegt direkt unterhalb der Stadtmauern. Der Fußweg in die Innenstadt führt entweder über eine Treppenanlage oder über einen Aufzug hinauf zu den Upper Barrakka Gardens. Die Strecke ist kurz, erfordert aber etwas Höhenüberwindung. Wer zu Fuß nicht gut unterwegs ist, findet am Terminal auch Taxis und Busse.
Was sollte man in Valletta auf keinen Fall auslassen?
Die St. John's Co-Cathedral ist das architektonische Kernstück der Stadt – der Unterschied zwischen der schlichten Außenfassade und dem vollständig ausgeschmückten Innenraum mit den Caravaggio-Gemälden ist schwer zu vergessen. Die Upper Barrakka Gardens bieten den besten Überblick über den Grand Harbour und die gegenüberliegenden Fortbauten der Three Cities. Wer nur zwei Stationen hat: diese beiden.
Wie viele Stunden Aufenthalt braucht man für Valletta?
Die Innenstadt ist so kompakt, dass sich die wichtigsten Punkte in vier bis fünf Stunden bequem erlaufen lassen. Wer zusätzlich einen Ausflug nach Comino oder Gozo einplant, sollte mindestens acht Stunden Liegezeit einkalkulieren und die Abfahrzeiten der Boote genau im Blick behalten. Für einen reinen Stadtbummel mit Mittagspause sind sechs Stunden gut bemessen.