Hafen in Portugal
Flusskreuzfahrten Lissabon
Kreuzfahrt Lissabon: Tipps für den Hafen, Alfama und Landausflüge auf eigene Faust
Wer mit dem Schiff in Lissabon einläuft, erlebt eine der eindrucksvollsten Hafeneinfahrten Europas: Die weiß-gelben Fassaden der Stadt steigen terrassenförmig die sieben Hügel hinauf, über allem thront das Castelo São Jorge, und die Hängebrücke Ponte 25 de Abril – eine auffällige Schwester der Golden Gate Bridge – spannt sich auf einer Länge von 2,3 Kilometern über den Tejo. Das Kreuzfahrtterminal liegt unmittelbar am Stadtzentrum, zu Fuß erreicht man die erste Sehenswürdigkeit in wenigen Minuten (mehr zum Lissabon Terminal unten)
Alfama – das Gedächtnis der Stadt
Kein Viertel erzählt Lissabons Geschichte kompakter als die Alfama. Enge Gassen, blau-weiße Azulejo-Kacheln an den Hauswänden, Wäsche zwischen den Balkonen – und immer wieder der Klang des Fado aus offenen Türen. Wer früh morgens durch das Labyrinth der Alfama spaziert, erlebt die Stadt noch ohne Touristenströme. Der Miradouro das Portas do Sol bietet dabei eine der besten Aussichten auf den Tejo. Oben auf dem Hügel thront das Castelo São Jorge, eine maurische Festungsanlage aus dem 11. Jahrhundert, deren Zinnen einen 360-Grad-Blick über Lissabon freigeben.
Belém – Seefahrergeschichte und Pastel de Nata
Das Viertel Belém, flussabwärts gelegen, ist für Kreuzfahrer besonders interessant – es liegt auf dem Weg vom Hafen Richtung Atlantik. Hier stehen zwei UNESCO-Welterbestätten nebeneinander: das Mosteiro dos Jerónimos, ein spätgotisches Kloster im manuelinischen Stil, dessen Kreuzgang mit fein ausgearbeiteten Steinmetzarbeiten aus Kalkstein verziert ist und der Torre de Belém, ein Wehrturm direkt am Wasser, der einst als Stadttor und Leuchtturm diente. Ein Pflichtbesuch gilt zudem der Pastéis de Belém-Bäckerei – seit 1837 werden hier nach einem geheimen Rezept die berühmtesten Blätterteigtörtchen Portugals gebacken. Die Schlange davor ist lang, aber der Abstecher lohnt sich.
Baixa und Chiado – zwischen Stadtleben und Kultur
Die Baixa, Lissabons historische Unterstadt, wurde nach dem verheerenden Erdbeben von 1755 nach einem streng geometrischen Plan neu errichtet. Die breite Rua Augusta führt vom Triumphbogen direkt zum Tejo und ist heute Flaniermeile und Shoppingstraße zugleich. Bergauf, im Chiado, reihen sich unabhängige Buchhandlungen, Designerläden und Cafés aneinander – die älteste Buchhandlung der Welt, die Livraria Bertrand (gegründet 1732), liegt hier.
Wer lieber die Straßenbahn nimmt: Die legendäre Linie 28 rattert durch Alfama, Baixa und Chiado – nicht nur nostalgisch, sondern auch praktisch.
Ausflug nach Sintra – Palastkulisse im Hinterland
Rund 40 Kilometer westlich von Lissabon liegt Sintra, ein weiteres UNESCO-Welterbe. Die Sommerresidenz des portugiesischen Adels beherbergt mehrere Paläste, darunter den bunten Palácio da Pena auf einem bewaldeten Felsgipfel. Wer einen langen Landausflug plant, kann von hier die westlichste Landspitze Kontinentaleuropas, das Cabo da Roca, besuchen – und danach in Cascais am Atlantik ausklingen lassen.
Welche Reedereien fahren Lissabon an?
Lissabon gehört zu den meistgenutzten Homeports im europäischen Kreuzfahrtbetrieb – viele Transatlantik- und Mittelmeerrouten starten oder enden hier. NCL und AIDA Cruises nutzen Lissabon regelmäßig als Ein- und Ausstiegshafen, ebenso wie Mein Schiff (TUI Cruises). Im Luxussegment laufen Silversea und Regent Seven Seas die Stadt auf ihren Weltreisen und Europatouren an. Sea Cloud Cruises und Star Clippers ermöglichen das Einlaufen unter Segeln auf dem Tejo direkt bis vor die Altstadtkulisse.
Praktische Hinweise für den Landgang
- Das Kreuzfahrtterminal Jardim do Tabaco liegt fußläufig zur Alfama und Baixa (ca. 10–15 Minuten). Gut zu wissen: In Lissabon liegt nicht jedes Kreuzfahrtschiff automatisch innenstadtnah. Je nach Hafenbelegung werden Schiffe auf verschiedene Terminals verteilt, auch Gare Marítima da Rocha Conde de Óbidos, etwa 4 km von der Innenstadt entfernt.
- Für Belém empfiehlt sich eine Tram oder ein Taxi (ca. 20 Minuten).
- Sintra ist per Zug ab Bahnhof Rossio in etwa 40 Minuten erreichbar.
- Lokale Spezialitäten: Neben Pastéis de Nata unbedingt Bacalhau à Brás (Stockfischgericht), Galão (Milchkaffee) und einen Schluck Ginjinha, den lokalen Sauerkirschlikör.
Lissabon braucht keine Übertreibungen. Die Stadt überzeugt durch das Zusammenspiel aus Geschichte, Architektur und einer gelebten Alltagskultur, die man an einer einzigen Straßenecke spüren kann – ob beim Espresso an der Theke, beim Blick über den Tejo oder beim ersten Biss in ein noch warmes Törtchen aus Belém.
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