Hafen in Griechenland

Kreuzfahrten Piräus

Athen / Piräus: Die Akropolis
Athen / Piräus: Die Akropolis © Stefanos Kyriazis
Piräus ist mehr als Durchgangsstation: Vom kleinen Jachthafen Mikrolimano mit seinen Fischerrestaurants bis zum Kastella-Hügel mit Blick über den Saronischen Golf lohnt sich die Erkundung. Das Archäologische Museum bewahrt Bronzestatuen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., das Stadttheater und die wiederaufgebaute Agia-Triada-Kirche prägen das Zentrum. Per Metro erreicht man in 25 Minuten die Akropolis. Wer Zeit hat: Tagesausflüge nach Hydra, Aegina oder Poros starten direkt vom Hafen.

Piräus: Kreuzfahrthafen mit direktem Zugang zu Athen und dem Saronischen Golf

Schon bei der Einfahrt in den Kreuzfahrthafen Piräus wird das Ausmaß dieses Ortes spürbar: Container­riesen, Fähr­terminals und Kreuzfahrt­schiffe liegen Seite an Seite im größten Passagierhafen Griechenlands. Piräus ist nicht nur das maritime Tor zur griechischen Hauptstadt, sondern eine eigenständige Stadt mit mehr als 2.500 Jahren Hafengeschichte — seit 515 v. Chr. war sie Teil Athens.

Ankunft im Kreuzfahrthafen Piräus

Kreuzfahrtschiffe legen am Kreuzfahrtterminal im Hafen Kantharos an, dem zentralen Tiefwasserhafen von Piräus. Es handelt sich um einen regulären Pier — kein Tenderhafen, die Gangway führt direkt an Land. Vom Terminal aus sind die Anbindungen an den öffentlichen Nahverkehr gut ausgebaut.

Die schnellste Verbindung nach Athen ist die Metro Linie 1 (Grüne Linie), deren Station Piräus sich in der Nähe des Hafenbereichs befindet. In rund 30 Minuten fährt die Bahn bis zur Omonia- oder Monastiraki-Station im Athener Zentrum — von dort sind die Akropolis und das historische Viertel Plaka zu Fuß erreichbar. Alternativ bedient ein Hop-On-Hop-Off-Bus in blauer Farbe die Hafenbereiche von Piräus und verbindet sie mit den zentralen Sehenswürdigkeiten Athens.

Piräus Kreuzfahrt: Ein Tag zwischen Hafen, Hügel und Altstadt

Wer nicht sofort nach Athen weitereist, findet in Piräus selbst genug für mehrere Stunden. Das Stadtviertel rund um den Korai-Platz ist weitgehend verkehrsberuhigt und lädt zum Laufen ein. Hier steht das Stadttheater von Piräus, ein imposanter Nachkriegsbau, sowie die Kathedrale Agia Triada, deren Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg die wechselvolle Geschichte des Ortes dokumentiert. Die benachbarte Städtische Kunstgalerie zeigt Werke griechischer Künstler in einem ruhigen Ausstellungsgebäude.

Das Archäologische Museum von Piräus gehört zu den empfehlenswertesten Stationen für Kreuzfahrer mit begrenzter Zeit: Es zeigt bronzene Apollon-Statuen und Grabskulpturen, die bei Bauarbeiten im 20. Jahrhundert gefunden wurden — Originale, keine Abgüsse. Das Museum liegt in der Nähe des Bahnhofs und ist gut zu Fuß erreichbar. Wer sich für Seefahrtsgeschichte interessiert, besucht das Schifffahrtsmuseum von Piräus, das Modelle historischer griechischer Schiffe und Navigationsinstrumente zeigt.

Deutlich ruhiger als der große Kantharos-Hafen ist das Viertel Kastella auf dem gleichnamigen Hügel östlich des Zentrums. Von oben reicht der Blick über den Saronischen Golf bis zu den Inseln. Am Fuß des Hügels liegt Mikrolimano — griechisch für „kleiner Hafen" — ein hufeisenförmiges Hafenbecken mit Fischerbooten und einer Reihe von Fischrestaurants, die Tische direkt am Wasser aufstellen. Die Atmosphäre hier ist eine andere als im großen Hafen: gedämpfteres Licht, Möwenrufe, das Knirschen von Tauen.

Fisch, Tavernen und ein Delikatessenladen

Piräus gilt unter Athenern als erste Adresse für Meeresfrüchte. Rund um Mikrolimano und die benachbarte Marina Zea konzentrieren sich Tavernen, die gegrillten Tintenfisch (Htapodi), gebratene Sardellen (Gavros tiganitos) und frisch gefangenen Rotbarsch servieren. Ein Teller gegrillter Fisch mit Zitrone und einem Glas Weißwein ist hier kein Touristengeschäft, sondern Alltag. Im Downtown-Bereich ist der Feinkostladen Miran bekannt — ein armenischer Delikatessenhandel mit eingelegtem Gemüse, Würsten und Käse, der seit Jahrzehnten zur Hafenküche von Piräus gehört.

Ausflüge auf die Saronischen Inseln

Von Piräus legen regelmäßig Fähren zu den Saronischen Inseln ab — Aegina, Poros und Hydra sind die bekanntesten. Aegina ist in knapp einer Stunde erreichbar und bietet den Aphaia-Tempel, einen der besterhaltenen dorischen Tempel Griechenlands. Hydra ist für sein Motorradverbot bekannt: Auf der Insel gibt es keine Autos, nur Esel und Fußwege zwischen weißgekalkten Häusern. Diese Tagesausflüge eignen sich jedoch nur bei langer Liegezeit — mindestens acht bis zehn Stunden sollten für Hin- und Rückfahrt sowie einen Aufenthalt eingeplant werden.

Praktische Hinweise

  • Währung: Euro
  • Sprache: Griechisch; in touristischen Bereichen wird Englisch gut verstanden
  • Metro: Die Linie 1 (Piräus–Kifissia) verbindet den Hafen direkt mit dem Athener Zentrum
  • Hop-On-Hop-Off-Bus: Die blaue Linie bedient die Häfen von Piräus und fährt weiter nach Athen
  • Tagesausflüge zu den Inseln: Fähren starten vom Hafen Piräus, Fahrzeiten variieren je nach Insel und Fährtyp

Reedereien in Piräus

Piräus ist einer der meistangelaufenen Kreuzfahrthäfen im östlichen Mittelmeer und dient zahlreichen Reedereien als Heimathafen oder Stopover für Griechenland- und Mittelmeer-Routen. Für die im Hafen verkehrenden Reedereien und Schiffe empfiehlt sich ein Blick in die aktuellen Fahrtpläne der jeweiligen Anbieter.

Häufige Fragen zur Piräus Kreuzfahrt

Kann man vom Kreuzfahrthafen Piräus direkt nach Athen fahren?

Ja, die Verbindung ist direkt und ohne Umsteigen möglich. Die Metro Linie 1 fährt vom Bahnhof Piräus bis zur Athener Innenstadt in rund 30 Minuten. Von den Stationen Monastiraki oder Akropoli ist die Akropolis anschließend zu Fuß erreichbar. Alternativ stehen Taxis und der Hop-On-Hop-Off-Bus zur Verfügung.

Lohnt sich ein Ausflug auf eine der Saronischen Inseln?

Das hängt stark von der Liegezeit ab. Bei einem Aufenthalt von weniger als acht Stunden ist ein Inselausflug kaum entspannt durchzuführen — Fähre, Aufenthalt und Rückfahrt summieren sich schnell. Wer mehr Zeit hat, sollte Aegina für den Aphaia-Tempel oder Hydra für die autofreie Atmosphäre in Betracht ziehen. Für kürzere Liegezeiten ist Athen die realistischere Wahl.

Was gibt es in Piräus selbst zu sehen, ohne nach Athen zu fahren?

Piräus bietet mit dem Archäologischen Museum, dem Stadttheater, der Kunstgalerie und dem Schifffahrtsmuseum ein eigenständiges Kulturprogramm. Das Hafenviertel Mikrolimano mit seinen Fischrestaurants und dem Hügelviertel Kastella ist für einen Spaziergang von zwei bis drei Stunden gut geeignet. Wer den Trubel des großen Hafens hinter sich lässt, entdeckt eine Stadt, die Athener selbst für ihre Tavernen und die Aussicht am Wasser schätzen.

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