Hafen in Italien

Kreuzfahrten Bari

Der Hafen liegt direkt am Rand der Altstadt – zu Fuß erreichbar in wenigen Minuten. Bari Vecchia, das mittelalterliche Labyrinth aus engen Gassen, ist das eigentliche Herzstück: Hier sitzen ältere Frauen vor ihren Haustüren und drehen Orecchiette per Hand – besonders sichtbar am Arco Basso. Die Basilika San Nicola aus dem 11. Jahrhundert gehört zu den bedeutendsten romanischen Kirchen Süditaliens. Apulische Küche auf höchstem Niveau findet man in den Trattorien rund um die Piazza Mercantile. Für Überblick und Abendstimmung empfiehlt sich ein Spaziergang entlang der Lungomare Nazario Sauro.

Bari – Apuliens Hauptstadt zwischen Altstadt, Adria und echter süditalienischer Lebensart

Wer im Hafen von Bari anlegt, hat sofort das Gefühl, im echten Süditalien angekommen zu sein. Keine touristisch aufgeräumte Kulisse, keine museale Stille – sondern eine Stadt, die ihren Alltag laut und ungekünstelt nach außen trägt. Fischhändler rufen ihre Preise, Nonnas rollen Orecchiette auf Holzbrettern vor ihren Haustüren, und die Salzbrise der Adria weht durch enge Gassen, die seit dem Mittelalter kaum verändert wurden. Der Kreuzfahrtterminal liegt zentral, das historische Zentrum ist in wenigen Gehminuten erreichbar – ein klarer Vorteil gegenüber vielen anderen Mittelmeerhäfen.

Bari Vecchia: Das Labyrinth der Altstadt

Der Kern der Stadt ist Bari Vecchia, die Altstadt auf einer kleinen Halbinsel zwischen dem alten und dem neuen Hafen. Wer sich hier ohne Plan treiben lässt, findet mehr als jede geführte Tour zeigen könnte: Wäscheleinen über Barockportalen, kleine Kapellen mit offenen Türen, Kinder, die auf gepflasterten Plätzen spielen. Zwei Plätze sind dabei besonders sehenswert: Die Piazza Mercantile mit ihrer mittelalterlichen Loggia und die angrenzende Piazza del Ferrarese, der zum Lungomare, der Uferpromenade, überleitet.

Basilika San Nicola und Kathedrale San Sabino

Das architektonische Herzstück der Altstadt ist die Basilika San Nicola, erbaut im 11. Jahrhundert und einer der bedeutendsten normannisch-romanischen Sakralbauten Italiens. Hier ruhen die Reliquien des Heiligen Nikolaus – weshalb Bari für orthodoxe Christen aus Osteuropa und dem Nahen Osten ein wichtiger Wallfahrtsort ist. Wenige Schritte entfernt steht die Kathedrale San Sabino, ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert, mit einem fein gearbeiteten Hauptportal und einer bemerkenswert nüchternen, fast meditativen Innenatmosphäre. Beide Kirchen sind kostenlos zugänglich.

Die Nudelstraße am Arco Basso

Kulinarisch ist Bari vor allem für Orecchiette bekannt – kleine, ohrenförmige Nudeln, die traditionell von Hand geformt werden. Am Arco Basso, einem kleinen Durchgang in der Altstadt, sitzen täglich ältere Frauen auf Plastikschemeln und fertigen die Pasta im Akkord. Wer zusieht und kauft, bekommt einen Einblick in eine Handwerkstradition, die keine folkloristische Inszenierung ist, sondern gelebter Alltag. Die fertige Pasta – zum Beispiel mit Rübengrün und Sardellen – findet man in den Trattorie rund um den Corso Vittorio Emanuele.

Ausflüge ins Umland: Alberobello und die Trulli

Wer mehr Zeit hat, dem bietet sich das apulische Umland als lohnende Tagesreise an. Alberobello, rund 50 Kilometer südlich von Bari, ist UNESCO-Weltkulturerbe und bekannt für seine Trulli – kegelförmige Steinhäuser mit kalkhellen Dächern, die in dieser Konzentration nirgendwo sonst auf der Welt existieren. Mit einem Mietwagen oder organisierten Ausflug lässt sich der Ort bequem in einem halben Tag erkunden.

Welche Reedereien fahren Bari an?

Bari ist ein regelmäßiger Anlaufpunkt im östlichen Mittelmeer. MSC Cruises integriert Bari häufig in Routen, die Griechenland und die Adria verbinden. AIDA Cruises und Mein Schiff steuern die Stadt im Rahmen von Mittelmeerkreuzfahrten an. Für Freunde von Kreuzfahrten mit dem Segelschiff bieten Sea Cloud Cruises und Star Clippers gelegentlich Anläufe, die sich durch die Nähe zum Stadtzentrum besonders angenehm gestalten lassen. Regent Seven Seas und Silversea nutzen Bari vereinzelt als Ausgangspunkt für Apulien-Routen im Luxussegment.

Praktische Hinweise

  • Der Kreuzfahrtterminal liegt direkt am Stadtrand der Altstadt – zu Fuß erreichbar in ca. 10–15 Minuten.
  • Die besten Stunden für die Altstadt sind Vormittag oder früher Abend – tagsüber im Sommer kann es heiß werden.
  • Lokale Spezialitäten: Orecchiette, Focaccia barese, Burrata und frische Meeresfrüchte.
  • Wer Alberobello besuchen möchte, sollte früh vom Schiff gehen – die Rückkehr per Bahn ist problemlos planbar.

Bari zeigt, wie Süditalien funktioniert, wenn kein Tourist es inszeniert: direkt, laut, herzlich und voller Geschmack. Eine Stadt, die man nicht im Schnelldurchlauf versteht, die aber schon nach wenigen Stunden einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

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