Hafen in Italien
Kreuzfahrten mit Halt in Palermo
Palermo Kreuzfahrthafen: Landausflug in Siziliens Hauptstadt
Schon bei der Einfahrt in den Kreuzfahrthafen Palermo zeichnet sich die Silhouette der Stadt gegen die Berge des Hinterlandes ab: Kuppeln, Türme und die wuchtigen Mauern der Kathedrale, dahinter das Gebirge des Monte Pellegrino. Palermo, Hauptstadt Siziliens und seit Jahrtausenden Knotenpunkt zwischen Europa, Nordafrika und dem arabischen Raum, trägt diese Geschichte in jedem Straßenzug.
Ankunft am Kreuzfahrthafen Palermo
Kreuzfahrtschiffe legen am Porto di Palermo direkt am Kai an — Palermo ist kein Tenderhafen. Der Kreuzfahrterminal befindet sich im nördlichen Bereich des Hafenbeckens, von dort aus ist die historische Altstadt in wenigen Gehminuten erreichbar. Wer vom Pier aus nach links blickt, sieht bereits die Kuppeln und Türme der Innenstadt.
Für die Strecken in entferntere Stadtviertel oder zu den Normannischen Sehenswürdigkeiten im Westen der Stadt stehen Taxis direkt am Hafenausgang bereit. Auch öffentliche Busse verbinden den Hafen mit verschiedenen Punkten im Zentrum. Wer auf eigene Faust unterwegs ist, kommt zu Fuß zu den meisten zentralen Anlaufpunkten.
Zwischen Märkten, Moscheen und Normannenpalästen
Palermo auf eigene Faust lässt sich gut strukturieren, wenn man sich an den vier historischen Vierteln der Altstadt orientiert. Das Herz der Stadt schlägt an den Quattro Canti, dem barocken Kreuzungspunkt der beiden Hauptachsen Via Maqueda und Corso Vittorio Emanuele. Die vier geschwungenen Fassaden aus dem frühen 17. Jahrhundert rahmen den Platz wie eine Freiluftbühne ein.
Wenige Schritte entfernt liegt die Fontana Pretoria — ein Brunnenmonument der Spätrenaissance mit einem Umfang von über 130 Metern, dessen Wasserbecken auf unterschiedlichen Ebenen angeordnet und durch Treppen miteinander verbunden sind. Dutzende Skulpturen bevölkern das Becken; die Palermitaner nannten ihn früh die „Fontana della Vergogna", den Schambrunnen.
Die Kathedrale Maria Santissima Assunta — kurz: der Dom von Palermo — ist ein Gebäude, das sich keine einheitliche Stilsprache gefallen lässt. Normannische Apsis, gotische Türme, arabische Bogenmuster und eine Kuppel aus dem 18. Jahrhundert stehen nebeneinander, als hätte jede Epoche ihre Schicht hinterlassen. Schatzkammer und Krypta können besichtigt werden. Noch stärker verdichtet sich die normannische Geschichte wenige Gehminuten weiter westlich im Palazzo dei Normanni mit der Cappella Palatina — einer Hofkapelle, deren Deckenmosaiken aus dem 12. Jahrhundert zu den bedeutendsten byzantinischen Bildprogrammen Italiens zählen.
Wer nach der Dichte an Kunstwerken Luft braucht, biegt in das Viertel Ballarò ab. Hier riecht es nach geröstetem Sesam, gebratenem Panelle-Kichererbsenteig und Zitrone. Der gleichnamige Markt ist der älteste und lebendigste der Stadt: Fischstände, Gemüsepyramiden, Straßenküchen, dazwischen die gelbgrün gekachelte Kuppel der Carmine Maggiore, die im Sonnenlicht leuchtet. Auch der Mercato del Capo entlang der Via Sant'Agostino folgt diesem Muster — enger, lauter, mit Fleischhaken dicht neben Gewürzbergen.
Wer Zeit mitbringt und die Altstadt weitgehend zu Fuß erkundet hat, lohnt sich der Abstecher in das Viertel La Kalsa am südöstlichen Rand der historischen Stadt: Dort liegt die Galeria Regionale della Sicilia mit mittelalterlicher Malerei, außerdem restaurierte Barockpalazzi und der Stadtpark Villa Giulia.
Was man in Palermo gegessen haben sollte
Das Arancino — eine gebratene Reiskugel, gefüllt mit Ragù, Erbsen und Käse — ist auf ganz Sizilien präsent, in Palermo aber kauft man es an Marktständen und in Bäckereien als schnellen Stehimbiss. Daneben gilt das Pane con la Milza als die vielleicht palermitanischste Mahlzeit überhaupt: ein weiches Brot, belegt mit in Schmalz gebratener Kalbsmilz, geriebener Caciocavallo-Käse obenauf. Der Geschmack ist intensiv, die Textur weich-knusprig, und man kauft es fast ausschließlich an den mobilen Ständen der Märkte. Wer eher auf Süßes aus ist: Cannoli mit frischer Ricottafüllung und kandierten Früchten sind in den Konditoreien rund um die Piazza Ballarò bis in den späten Nachmittag frisch.
Strand und Natur in Hafennähe
Der beliebteste Stadtstrand der Palermitaner liegt im Vorort Mondello, einige Kilometer nordwestlich des Zentrums. Ein flaches, geschütztes Becken zwischen zwei Landzungen, weißer Sand, im Hintergrund die Felsen des Monte Pellegrino — per Taxi oder Bus erreichbar. Bei einer typischen Liegezeit von sechs bis acht Stunden ist der Abstecher nach Mondello kombinierbar, wenn man auf eine der längeren Stadttouren verzichtet.
Praktisches für den Landgang in Palermo
- Währung: Euro
- Sprache: Italienisch; in touristischen Bereichen oft auch Englisch verständlich
- Klima: Sizilianisches Mittelmeerklima — Sommer heiß und trocken, Frühling und Herbst angenehm mild
- Hinweis: Beim Besuch der Cappella Palatina sind Schultern und Knie bedeckt zu halten; Wartezeiten am Einlass sind möglich
- Märkte: Ballarò und Mercato del Capo sind vormittags am vollsten — ideal für den ersten Teil des Landgangs
Reedereien am Kreuzfahrthafen Palermo
Palermo ist ein etablierter Anlaufpunkt im westlichen Mittelmeer. Zu den Reedereien, die Palermo regelmäßig in ihren Routen führen, zählen MSC Cruises, Costa Kreuzfahrten, Aida sowie Mein Schiff. Auch Ultra-Deluxe Reedereien wie Silversea, Regent Seven Seas und Explora Journeys besuchen Siziliens Hauptstadt regelmäßig. Ganze besonders sind die Anläufe von Kreuzfahrt-Segelschiffen,
Für Kreuzfahrer, die Palermo zum ersten Mal anlaufen: Ein halber Tag reicht für einen ersten Eindruck der Märkte und des Doms. Wer die normannische Architektur und die Cappella Palatina dazunehmen will, sollte mindestens sieben bis acht Stunden Landgang einplanen — die Palermo Kreuzfahrt gehört damit zu den inhaltlich dichtesten Stopps im Mittelmeer-Programm.
Kann man vom Kreuzfahrthafen Palermo zu Fuß in die Stadt?
Ja, der Kreuzfahrtpier liegt nah am historischen Zentrum, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie Dom, Quattro Canti und die Märkte Ballarò und Capo sind zu Fuß erreichbar. Lediglich der Palazzo dei Normanni im Westen der Altstadt liegt etwas weiter — je nach Gehgeschwindigkeit etwa 20 bis 25 Minuten vom Pier entfernt.
Wie viel Zeit sollte man für Palermo einplanen?
Für die Kombination aus Marktbesuch, Dom und Cappella Palatina sind mindestens sechs bis sieben Stunden sinnvoll. Wer außerdem nach Mondello an den Strand möchte, sollte acht Stunden oder mehr zur Verfügung haben. Die Cappella Palatina hat begrenzte Einlasszeiten und kann zu Stoßzeiten mit Wartezeit verbunden sein — ein frühzeitiger Start nach der Ankunft zahlt sich aus.
Was ist das Besondere an der Cappella Palatina in Palermo?
Die Kapelle im Palazzo dei Normanni wurde im 12. Jahrhundert unter König Roger II. errichtet und verbindet byzantinische Goldmosaiken, arabische Holzschnitzdecken und normannische Architektur in einem einzigen Raum — ein Resultat der kulturellen Vielfalt, die Sizilien in dieser Epoche prägte. Die Deckenmosaiken gelten als eines der besterhaltenen Zeugnisse arabisch-normannischer Kunst weltweit und stehen seit 2015 auf der UNESCO-Welterbeliste.
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