Hafen in Norwegen

Kreuzfahrten Honningsvag

Europas nördlichster Ort empfängt Kreuzfahrer direkt am Hafen – keine Transferzeit, sofortiger Zugang zur Arktis. Von hier aus führen Ausflüge ans Nordkap, wo man bei Mitternachtssonne am 71. Breitengrad steht. Im Ort selbst erzählt das Nordkappmuseet von Fischfang, Seefahrt und der Bombardierung im Zweiten Weltkrieg. Die Galerie „West of the Moon" zeigt arktische Kunst auf überraschend hohem Niveau. Wer bleibt, kann Königskrabben verkosten oder Sámi-Traditionen kennenlernen. Honningsvåg ist kein Selbstzweck – sondern der beste Ausgangspunkt für das nördliche Ende Europas.

Honningsvåg: Kreuzfahrthafen am Nordkap

Rund 71 Grad nördlicher Breite, bunte Holzhäuser am Hang, dahinter die baumlose Weite der Finnmark-Hochebene — die Honningsvåg Kreuzfahrt führt in einen der nördlichsten Anlaufhäfen Europas überhaupt. Das Städtchen auf der Insel Magerøya ist in erster Linie Ausgangspunkt für das Nordkap, den markanten Felsenplateau-Abbruch am Ende des europäischen Kontinents, gilt aber auch für sich selbst als lohnender Stopp an der norwegischen Küste.

Ankunft im Kreuzfahrthafen Honningsvåg

Kreuzfahrtschiffe legen direkt am Pier im Zentrum von Honningsvåg an — ein Tenderhafen ist es nicht. Der Weg vom Schiff in die Ortschaft beträgt nur wenige Gehminuten, was den Landgang erheblich erleichtert. Wer vom Pier kommend in die Hauptstraße einbiegt, hat das Nordkappmuseum und die ersten Souvenirläden bereits im Blickfeld. Für die meisten Reisenden ist Honningsvåg jedoch eine Zwischenstation: Das eigentliche Ziel, das Nordkap-Plateau, liegt rund 34 Kilometer entfernt und erfordert einen organisierten Transfer oder einen Mietwagen.

Das Nordkap und was auf dem Weg dorthin liegt

Die Straße zum Nordkap führt über die Hochebene Magerøya, vorbei an Rentierherden und einer Landschaft, in der der Wind das Gras flach drückt. Oben auf dem Plateau, auf 307 Metern über dem Meer, steht die berühmte Stahlkugel — dahinter nichts außer der Barentssee bis zum Nordpol. Im Besucherzentrum gibt es ein Panoramafenster, eine Dauerausstellung zur Geschichte der Nordkapreisen seit dem 16. Jahrhundert und ein Restaurant. Wer in der Hochsaison zwischen Ende Mai und Ende Juli reist, erlebt hier die Mitternachtssonne; im Winter sind Nordlichter keine Seltenheit, allerdings liegt das Nordkap zu dieser Jahreszeit oft unter Schnee und im Dunkeln.

Auf dem Weg zum Nordkap oder als eigene Station lohnt sich ein Abstecher nach Kamøyvær, einem kleinen Fischerort mit wenigen Dutzend Häusern direkt am Wasser. Das Dorf hat sich seinen ursprünglichen Charakter bewahrt und gibt einen Eindruck davon, wie das Leben an dieser Küste seit Generationen aussieht.

Unterwegs in Honningsvåg selbst

Wer nicht zum Nordkap fährt oder noch Zeit vor dem Transfer hat, findet im Ort selbst einige fußläufige Anlaufpunkte. Das Nordkappmuseet liegt nur wenige Gehminuten vom Pier entfernt und dokumentiert auf mehreren Etagen die Geschichte der Fischerei, der Nordkap-Expeditionen und des zweiten Weltkriegs — Honningsvåg wurde 1944 beim deutschen Rückzug fast vollständig niedergebrannt, die Kirche blieb als eines der wenigen Gebäude stehen.

Diese Kirche von Honningsvåg, ein schlichter weißer Holzbau aus dem 19. Jahrhundert, liegt etwa einen Kilometer vom Hafen entfernt und ist eines der ältesten erhaltenen Gebäude des Ortes. Die Galerie West of the Moon, ebenfalls in kurzer Gehdistanz zum Pier, zeigt Arbeiten lokaler Künstlerinnen und Künstler, die sich thematisch oft an der arktischen Landschaft orientieren. Wer Kinder dabei hat, findet im Artico Christmas House eine auf Weihnachten und das Nordpolthema ausgerichtete Erlebnisstätte.

Königskrabbe und Stockfisch — Kulinarik an der Barentssee

Die kulinarische Spezialität der Region ist die Königskrabbe (kongekrabbe), die seit den 1960er Jahren in der Barentssee heimisch ist und inzwischen kommerziell befischt wird. Mehrere Anbieter in Honningsvåg organisieren kurze Safaris, bei denen die Krabbe direkt aus den Reusen geholt und an Bord eines kleinen Bootes zubereitet wird. In den Restaurants und Hafencafés des Ortes steht Königskrabbe ebenfalls auf der Karte — als Krabbenklau mit Butter und Zitrone. Daneben ist Stockfisch aus der Region seit Jahrhunderten ein Exportprodukt: getrockneter Kabeljau, der in Nordnorwegen allgegenwärtig an Holzgestellen trocknet.

Praktische Hinweise für den Landgang

Honningsvåg liegt in Norwegen, die Währung ist die norwegische Krone (NOK). Kartenzahlung ist nahezu überall möglich, Bargeld wird kaum benötigt. Gesprochen wird Norwegisch, Englisch wird im touristischen Bereich problemlos verstanden. Die Temperaturen liegen auch im Sommer selten über 15 Grad, Wind und Regen sind jederzeit möglich — eine winddichte Schicht und festes Schuhwerk gehören in jeden Tagesrucksack. Beim Nordkap-Besuch kommt eine Eintrittsgebühr hinzu, die direkt vor Ort oder über Ausflugspakete beglichen wird.

Bei einer typischen Liegezeit von sechs bis acht Stunden lässt sich der Nordkap-Ausflug gut mit einem kurzen Bummel durch den Ort kombinieren. Wer ausschließlich in Honningsvåg bleibt, hat den Ort nach zwei bis drei Stunden weitgehend erkundet.

Für die Honningsvåg Kreuzfahrt gilt: Der Hafen ist logistisch unkompliziert, die Entscheidung zwischen eigenem Nordkap-Transfer und organisiertem Ausflug lohnt einen genauen Vergleich vor der Reise — die Fahrzeiten und Öffnungszeiten am Plateau können je nach Saison stark variieren.

Ist Honningsvåg ein Tenderhafen?

Nein. Kreuzfahrtschiffe legen in Honningsvåg direkt am Pier an, sodass man das Schiff trockenen Fußes verlässt. Der Weg ins Ortszentrum beträgt nur wenige Gehminuten, was den Einstieg in den Landgang deutlich vereinfacht.

Wie kommt man vom Hafen Honningsvåg zum Nordkap?

Die rund 34 Kilometer zum Nordkap-Plateau lassen sich per Mietwagen, Taxi, Linienbus oder gebuchtem Ausflug zurücklegen. Organisierte Bustransfers werden häufig direkt am Pier oder über die Reederei angeboten. Die Fahrt dauert je nach Verkehr und Wetterbedingungen etwa 45 Minuten in eine Richtung. Am Plateau selbst sollte man mindestens eine Stunde einplanen.

Was kann man in Honningsvåg machen, wenn man nicht zum Nordkap fährt?

Das Nordkappmuseet ist fußläufig vom Pier erreichbar und bietet gut zwei Stunden Beschäftigung. Dazu kommen die Galerie West of the Moon, die historische Holzkirche und die Möglichkeit, am Hafen eine Königskrabben-Safari zu buchen. Wer die Landschaft auf eigene Faust erkunden möchte, findet auf Magerøya auch mehrere ausgeschilderte Wanderwege entlang der Küste.

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