Hafen in Norwegen

Kreuzfahrten mit Halt in Trondheim

Wo der Nidelva-Fluss unter der roten Holzbrücke Gamle Bybro hindurchfließt, beginnt das Viertel Bakklandet – bunte Holzhäuser, unabhängige Cafés, Kopfsteinpflaster. Im Zentrum dominiert der Nidarosdom die Skyline: Nordeuropas bedeutendster gotischer Kirchenbau, seit dem Mittelalter Ziel von Pilgern aus ganz Skandinavien. Auf der Flussinsel Munkholmen, einst Kloster und Festung, legt im Sommer eine Fähre an. Trondheim gilt zudem als kulinarischer Hotspot – die Trøndelag-Region holte 2024 Bronze beim Bocuse d'Or. Vom Hafen erreicht man das Zentrum in wenigen Gehminuten.

Trondheim als Kreuzfahrthafen: Landausflug in Norwegens ältester Königsstadt

Schon bei der Einfahrt in den Trondheim Kreuzfahrt-Hafen öffnet sich das Panorama des Trondheimsfjords, flankiert von bewaldeten Hügeln und den roten Holzhäusern des Bakklandet-Viertels am Flussufer. Trondheim, gegründet im Jahr 997 und für Jahrhunderte Krönungsstadt der norwegischen Könige, liegt im Herzen Mittelwegens — weit genug vom Trubel Oslos entfernt, um einen eigenen Charakter behalten zu haben.

Ankunft am Kai: Der Kreuzfahrthafen Trondheim

Kreuzfahrtschiffe legen in Trondheim meist am Ravnkloa-Kai oder an einem der zentralen Piers im Indre Havn an — beide liegen fußläufig zur Innenstadt. Wer vom Schiff kommend Richtung Innenstadt blickt, sieht die Türme des Nidarosdoms bereits über die Dächer ragen. Ein Tender ist in Trondheim in der Regel nicht erforderlich; das Zentrum lässt sich vom Anleger aus in wenigen Gehminuten erreichen. Taxis, Busse und Fahrräder stehen als Alternativen bereit — Trondheim gilt als eine der fahrradfreundlichsten Städte Norwegens und betreibt ein gut ausgebautes Leihfahrradsystem.

Zwischen Nidarosdom und Nidelva: Ein Tag in Trondheim

Der Nidarosdom ist der unvermeidliche erste Blickfang. Die gotische Kathedrale, deren Bau im 11. Jahrhundert begann, ist Norwegens Nationalheiligtum und der nördlichste mittelalterliche Dom Europas von dieser Größe. An der Westfassade blicken Steinfiguren aus Nischen, darunter Darstellungen norwegischer Könige und biblischer Gestalten — das Fassadenprogramm allein füllt eine halbe Stunde. Direkt neben dem Dom liegt der Erzbischofliche Palast, heute ein Museum zur Geschichte des Gebäudes und der Krönungsinsignien.

Vom Dom aus führt ein kurzer Fußweg über die Gamle Bybro, die alte Stadtbrücke aus dem 18. Jahrhundert, auf das andere Nidelva-Ufer ins Bakklandet. In diesem ehemaligen Arbeiterviertel stehen farbige Holzhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert dicht an dicht; heute beherbergen sie Cafés, Buchläden und kleine Werkstätten. Auf dem Kopfsteinpflaster riecht es nach frisch gemahlenem Kaffee, und wer die Gassen hinaufgeht, erreicht die Festung Kristiansten auf dem Hügel — von dort oben liegt die gesamte Altstadt wie auf einer Reliefkarte.

Wer sich für Musik- oder Designgeschichte interessiert, findet im Stadtzentrum gleich mehrere Optionen: Das Rockheim widmet sich der norwegischen Popkultur seit den 1950er-Jahren, das Nationale Museum für Kunsthandwerk und Design zeigt angewandte Kunst von der Vergangenheit bis in die Gegenwart. Beide sind vom Zentrum aus gut zu Fuß erreichbar.

Für einen Tagesausflug lohnt sich zudem die kurze Überfahrt zur Klosterinsel Munkholmen. Auf der kleinen Felseninsel im Fjord stand zunächst ein Benediktinerkloster, später eine Festung, dann ein Gefängnis — heute ist es ein Badeort. Die Fähre legt in Hafennähe ab und braucht nur wenige Minuten.

Auf dem zentralen Marktplatz Torget steht die 18 Meter hohe Statue König Olavs des Heiligen, der Trondheim einst gründete und dessen Grabstätte im Nidarosdom bis heute Pilger anzieht.

Trønderische Küche: Was auf den Tisch kommt

Die Region Trøndelag hat sich in den vergangenen Jahren einen Ruf als kulinarische Adresse erarbeitet — Trondheim belegte beim internationalen Kochwettbewerb Bocuse d'Or 2024 einen Bronzeplatz für Norwegen. Auf der Speisekarte stehen lokale Produkte: Rakfisk (fermentierter Fisch), frischer Lachs aus dem Nidelva-Einzugsgebiet und Brunost, der charakteristische braune Molkenkäse Norwegens, der auf gegrilltem Knäckebrot serviert wird. In den Cafés des Bakklandet und entlang des Kai-Bereichs lässt sich beides finden — die Mittagspause mit Fjordblick ist dabei inklusive.

Natur rund um den Fjord

Wer lieber draußen ist als in Museen: Die Iladalen-Route führt auf markierten Wegen durch ein kleines Naturtal unmittelbar am Stadtrand, erreichbar in wenigen Minuten per Fahrrad oder Bus. Für Wanderer mit mehr Zeit bietet das Hinterland des Trondheimsfjords dichte Kiefernwälder und Aussichtspunkte. Bei einer typischen Liegezeit von sechs bis acht Stunden lässt sich ein halbstündiger Spaziergang dorthin gut in den Tag integrieren, ohne die Kernsehenswürdigkeiten zu opfern.

Praktisches für den Landgang

  • Währung: Norwegische Krone (NOK). Kartenzahlung ist in Norwegen nahezu überall möglich, auch für kleine Beträge.
  • Sprache: Norwegisch; Englisch wird von nahezu allen Einheimischen gesprochen.
  • Fahrräder: Trondheim betreibt ein Stadtfahrradsystem — eine praktische Option, um Bakklandet, Dom und Festung in einem Schwung zu verbinden.
  • Kleidung: Auch im Sommer kann es in Trondheim frisch sein; eine Jacke gehört ins Gepäck.

Trondheim als Kreuzfahrtziel verbindet kurze Wege mit erstaunlicher Dichte: Wer morgens anlegt und abends wieder an Bord muss, bekommt trotzdem einen echten Eindruck von Wikingererbe, Backsteinromanik und dem entspannten Tempo einer norwegischen Universitätsstadt.

Kann man vom Kreuzfahrthafen Trondheim zu Fuß in die Innenstadt?

Ja, die zentralen Anlegestellen im Indre Havn liegen fußläufig zum Stadtzentrum. Der Nidarosdom und der Marktplatz Torget sind ohne Transfermittel erreichbar. Wer das Bakklandet-Viertel ansteuert, überquert die Alte Stadtbrücke Gamle Bybro — das sind ebenfalls nur wenige Gehminuten vom Dom.

Lohnt sich ein Ausflug zur Insel Munkholmen?

Für Geschichtsinteressierte ist Munkholmen ein kompaktes Ausflugsziel: Kloster, Festung und Gefängnis auf einer einzigen kleinen Fjordinsel. Die Fährüberfahrt dauert nur wenige Minuten. Bei guter Liegezeit lässt sich der Inselbesuch gut mit einer Altstadtrunde kombinieren — man sollte jedoch die Abfahrtszeiten der Fähre im Blick behalten.

Welche Währung braucht man für den Landausflug in Trondheim?

Offizielle Währung ist die Norwegische Krone (NOK). In der Praxis ist Bargeld in Trondheim kaum nötig: Kartenzahlung — auch kontaktlos — funktioniert in Cafés, Museen, auf der Munkholmen-Fähre und in Geschäften zuverlässig. Wer auf Nummer sicher gehen will, wechselt einen kleinen Betrag vor dem Landgang an Bord oder am Anleger.

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