Hafen in Norwegen

Kreuzfahrten Mehamn

Mehamn, 800 Seelen, am 71. Breitengrad: Der nördlichste Hurtigruten-Hafen liegt auf der Nordkyn-Halbinsel, wo das Barentsmeer direkt vor dem Kai beginnt. Wer an Land geht, entdeckt Kontraste im Kleinen – im Nisehuset am Hafen stehen über 26.000 Weihnachtsmänner aus aller Welt, wenige Kilometer entfernt leuchtet der Slettnes-Leuchtturm von 1905, der nördlichste Festlandleuchtturm der Erde. Kap Kinnarodden, der nördlichste Punkt des europäischen Festlands, ist von hier aus erreichbar – im Sommer unter der Mitternachtssonne, im Winter unter tanzenden Polarlichtern.

Mehamn: Kreuzfahrthafen am nördlichsten Punkt des europäischen Festlands

Weiter nördlich legt kein Hurtigruten-Schiff an: Mehamn, ein Fischerdorf mit rund 800 Einwohnern auf der Nordkyn-Halbinsel im norwegischen Finnmark, ist der nördlichste Hafen der klassischen Küstenroute. Wer die Mehamn Kreuzfahrt bucht, landet auf dem 71. Breitengrad — dort, wo Klippen senkrecht ins Barentsmeer stürzen und sich das Wetter innerhalb von Minuten von Windstille in Sturm verwandeln kann.

Ankunft im Kreuzfahrthafen Mehamn

Das Schiff legt direkt am Pier an. Die Haftenadresse lautet Værveien 15, das Dorfzentrum ist vom Anleger aus in wenigen Gehminuten erreichbar. Wer in nördlicher Richtung fährt, erreicht Mehamn am frühen Abend und hat bis zur Abfahrt etwa zwanzig Minuten — ein klassischer kurzer Stopp der Hurtigruten-Route. In südlicher Richtung legt das Schiff in der Nacht an, sodass ein Landgang kaum möglich ist. Organisierte Ausflüge starten direkt vom Hafen.

Ein Dorf, das mehr bietet als es verspricht

Das Ortsbild von Mehamn ist nüchtern: niedrige Holzhäuser, ein Coop-Supermarkt, eine Bäckerei, wenige gepflasterte Straßen. Wer genauer hinsieht, findet jedoch einiges, das sich aus dem Einerlei heraushebt.

Mehamn Kapelle: Die 1965 erbaute Holz-Beton-Stein-Kirche des Architekten Hans Magnus steht nahe dem Zentrum und fasst 200 Personen. Sie ist eines der wenigen erhaltenen Gebäude aus der Nachkriegszeit — der gesamte Ort wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Christmas House (Nissehuset): Direkt am Hafen befindet sich wohl die ungewöhnlichste Sehenswürdigkeit des Nordens: eine Privatsammlung mit über 26.000 Weihnachtsmännern und Weihnachtsdekorationen aus aller Welt. Dazwischen gibt es frische Waffeln und einen Kaffee — ein bemerkenswerter Kontrast zur kargen Landschaft draußen.

Historisches Erbe der Mehamn Rebellion: 1885 eröffnete hier die größte Walfangstation Finnmarks. Als die Heringserträge zurückgingen, gaben die Fischer den Walen die Schuld — und griffen die Station im Juni 1903 an. Das Militär rückte an, der Konflikt war da jedoch bereits verebbt. Im Jahr darauf wurde der Walfang verboten. Eine Informationstafel am Hafen erinnert an das Ereignis.

Ausflüge in die Umgebung: Leuchtturm und Kap Nordkinn

Wer mehr Zeit hat oder im Rahmen eines organisierten Landausflugs reist, sollte Richtung Gamvik fahren. Dort steht der Slettnes Leuchtturm — das nördlichste Festland-Leuchtturm der Welt, seit 1905 in Betrieb. Der rot-weiß gestrichene Turm lässt sich besteigen, im Sommer betreibt er ein kleines Café. Das Naturschutzgebiet rund um den Leuchtturm gilt als einer der besten Beobachtungsplätze für Seevögel im nördlichen Norwegen.

Etwas weiter liegt Kap Nordkinn (Kinnarodden), der geografisch nördlichste Punkt des europäischen Festlands — bekannter, aber deutlich touristischer ist das Nordkap auf der Nachbarinsel. Nordkinn ist per Wanderung erreichbar und bietet eine Küstenlinie aus nacktem Fels, kaum Vegetation und weiten Blicken aufs Eismeer. Eine Tagesexpedition ist hier realistischer als ein kurzer Abstecher.

Arktische Aktivitäten: Licht und Dunkel

Die Saison bestimmt, was in Mehamn möglich ist. Von etwa Mitte Mai bis Ende Juli herrscht Mitternachtssonne — die Sonne geht nicht unter, das Licht bleibt flach und golden auch um Mitternacht. Im Winter, zwischen November und Januar, liegt die Region in Polarnacht. Dann organisieren lokale Anbieter Schneemobiltouren durch die Fjordlandschaft der Finnmark, teilweise als mehrtägige Expeditionen.

Ganzjährig wird Tiefseefischen angeboten: Das Barentsmeer vor Mehamn gilt als ergiebiges Revier, Königskrabben werden hier für den asiatischen Markt gefangen und können auch als geführte Safari erlebt werden.

Lokale Küche: Fisch, Backwaren und Kaffee

Mehamn ist kein gastronomisches Zentrum, aber wer weiß, wo er sucht, wird fündig. Die Bäckerei im Dorf backt täglich frisches Brot, das nach dem langen Seeweg besonders gut schmeckt. Im Christmas House gibt es hausgemachte Waffeln nach norwegischer Art — dünn, herzförmig, mit Butter und braunem Käse oder Sauerrahm.

Wer beim Fischrestaurant im Hotel landet, bekommt Kabeljau und Lachs aus dem direkten Umfeld. Königskrabbe steht hier gelegentlich auf der Speisekarte — ein Tier, das ursprünglich aus Russland eingeschleppt wurde und das Ökosystem der Barentssee verändert hat, heute aber wirtschaftlich bedeutsam für die Region ist.

Praktisches für den Landgang in Mehamn

  • Währung: Norwegische Krone (NOK). Kartenzahlung ist in Norwegen weit verbreitet, auch in kleinen Orten.
  • Sprache: Norwegisch. Im touristischen Bereich wird Englisch verstanden.
  • Lage: Mehamn liegt auf der Nordkyn-Halbinsel, Gemeinde Gamvik, Finnmark. Im Westen liegt der Laksefjord, im Osten der Tanafjord.
  • Wetter: Auch im Sommer sind Temperaturen unter 10 Grad und plötzliche Böen möglich. Windschutz und Regenjacke gehören zur Grundausstattung.
  • Einkaufen: Der Coop Prix im Ort ist täglich geöffnet (außer sonntags), gut sortiert und eine verlässliche Option für Proviant.

Hurtigruten und Havila Voyages in Mehamn

Mehamn ist fester Bestandteil der klassischen norwegischen Küstenroute zwischen Bergen und Kirkenes. Die Route wird von Hurtigruten und Havila Voyages bedient. Beide Reedereien legen in Mehamn an — in nördlicher Richtung am Abend, in südlicher Richtung in der Nacht. Die kurze Liegezeit von zwanzig bis dreißig Minuten erlaubt bei der Nordfahrt einen kurzen Fußmarsch ins Dorf, mehr nicht. Wer Mehamn wirklich erkunden möchte, plant einen eigenen Aufenthalt zwischen zwei Fahrten ein.

Wie lange liegt das Schiff in Mehamn?

Die Liegezeit beträgt in nördlicher Richtung rund zwanzig Minuten (Ankunft 19:15 Uhr, Abfahrt 19:30 Uhr laut Hurtigruten-Fahrplan). In südlicher Richtung legt das Schiff gegen 00:45 Uhr an — zu einer Zeit, zu der ein sinnvoller Landgang kaum möglich ist. Wer die Umgebung erkunden möchte, sollte sich für einen organisierten Ausflug anmelden oder gezielt eine Übernachtung in Mehamn einplanen.

Was ist Kap Nordkinn, und wie unterscheidet es sich vom Nordkap?

Kinnarodden auf der Nordkyn-Halbinsel ist der geografisch nördlichste Punkt des europäischen Festlands — nicht das Nordkap, das auf einer vorgelagerten Insel (Magerøya) liegt und per Tunnel erreichbar ist. Kinnarodden ist per Wanderung über karges Felsgelände zu erreichen und deutlich weniger frequentiert. Wer das echte nördliche Ende des Kontinents betreten will, kommt nicht am Nordkyn vorbei.

Was ist das Christmas House in Mehamn?

Das Nissehuset direkt am Hafen beherbergt eine private Sammlung von über 26.000 Weihnachtsmännern und Weihnachtsdekorationen aus der ganzen Welt. Es ist kein Museum im klassischen Sinne, sondern eine Art begehbare Privatsammlung mit Café-Betrieb, in dem hausgemachte Waffeln serviert werden. Für viele Passagiere ist es der einzige Ort, den sie bei der kurzen Liegezeit sehen — und die Diskrepanz zwischen arktischer Karge draußen und weihnachtlichem Überfluss drinnen hinterlässt tatsächlich einen bleibenden Eindruck.

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